Kreuzbandriss beim Hund
Wenn das Knie versagt – rechtzeitig behandeln, langfristig stabilisieren
Ein Riss des vorderen Kreuzbandes gehört zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen bei Hunden, insbesondere bei mittelgroßen bis großen Rassen. Die Ursache ist meist eine chronische Überlastung des Bandapparats, die sich über Wochen oder Monate entwickelt, bevor es zu einem vollständigen Riss kommt. Seltener tritt die Verletzung infolge eines plötzlichen Traumas auf, etwa durch intensives Springen oder Stürze. Häufige Risikofaktoren sind Übergewicht, eine schwache Muskulatur und genetische Veranlagung.
Typisch für einen Kreuzbandriss ist ein plötzliches Hinken oder vollständiges Lahmen der betroffenen Hintergliedmaße. Der Hund zeigt oft Schmerzen beim Aufstehen oder Laufen und bevorzugt es, das betroffene Bein nicht zu belasten. Bei der klinischen Untersuchung lässt sich häufig eine Instabilität im Kniegelenk nachweisen, die als „Schubladentest“ bezeichnet wird, bei dem das Gelenk auf der betroffenen Seite ungewöhnlich viel Beweglichkeit zeigt. In vielen Fällen kann eine erste Diagnose durch die klinische Untersuchung gestellt werden, jedoch wird zur Absicherung der Diagnose häufig auf bildgebende Verfahren wie Röntgen zurückgegriffen. In bestimmten Fällen, wenn eine genauere Beurteilung der Band- oder Gelenkstruktur erforderlich ist, wird auch ein MRT eingesetzt.
Die Therapie erfolgt in der Regel chirurgisch, da eine konservative Behandlung in den meisten Fällen keine langfristige Lösung bietet und das Risiko von Folgeproblemen erhöht.
Bewährt haben sich unter anderem die TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy) und die TTA (Tibial Tuberosity Advancement). Beide Techniken stabilisieren das Knie, indem sie die Knochenverhältnisse im Bereich des Schambeins oder des Oberschenkels verändern, ohne das Band selbst zu ersetzen. Ziel dieser Eingriffe ist es, das Kniegelenk zu stabilisieren und die Belastung des Kreuzbandes zu verringern, wodurch die Heilung gefördert und eine erneute Verletzung vermieden wird.
Nach der Operation ist eine kontrollierte Nachsorgephase mit physiotherapeutischer Begleitung entscheidend für den Behandlungserfolg. In den ersten Wochen nach der OP ist eine schrittweise Mobilisation wichtig, um das Gelenk zu stabilisieren und eine schnelle Rückkehr zur vollen Funktion zu ermöglichen. Die physiotherapeutische Behandlung, einschließlich gezielter Übungen und eventuell Hydrotherapie, kann helfen, die Muskulatur zu stärken, Entzündungen zu reduzieren und das Kniegelenk zu mobilisieren. Die langfristige Prognose ist in vielen Fällen gut, wenn die Therapie und Nachsorge optimal durchgeführt werden. Die rechtzeitige Diagnose und eine frühe chirurgische Behandlung können helfen, den Hund vor chronischen Schmerzen und weiteren Gelenkproblemen zu bewahren.



Ein Kreuzbandriss ist mehr als nur eine Lahmheit: Er erfordert eine präzise Diagnose, eine gut geplante chirurgische Versorgung und eine intensive Nachsorge mit Physiotherapie, damit das betroffene Gelenk wieder stabil wird und der Hund schmerzfrei in Bewegung bleiben kann.
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